Verstopfung bei Katzen – Mögliche Ursachen, frühzeitig erkennen und Behandlung

Verstopfung bei Katzen kann durch Stress, einen Mangel an Wasser, die Gabe von Medikamenten, eine Vergiftung oder Krankheiten hervorgerufen werden. Ein Tierarzt muss bei schweren Verläufen gegebenenfalls operativ einen Darmverschluss behandeln.

Die Zugabe von Wasser, die regelmäßige Fellpflege zur Vorbeugung der Bildung von Haarballen, ausreichend Bewegung und eine artgerechte Fütterung beugen der Verstopfung vor. Ein Schuss Öl über das Futter, Leinsamen oder Weizenkleie können vorbeugend als Hausmittel gegen Verstopfungen eingesetzt werden. Unsere Katze Mimi hatte in den Anfangszeiten häufiger Verstopfung und wir gaben ihr immer wieder kleine Portionen von Leinsamen zum Futter. Dieses hat sehr gut bei ihr geholfen, sodass sie kaum noch Verstopfungen hatte.

Bei Katzen treten ebenso wie beim Menschen gelegentlich Verstopfungen auf. Oft bleibt dieses Problem länger unerkannt. Wie du deiner Katze helfen kannst und welche Anzeichen es gibt, wollen wir dir hier genauer erklären.

Wie Verstopfungen entstehen

Neben körperlichen Beschwerden können auch psychische Belastungen zu Verstopfung führen. Sucht deine Katze ihre Toilette nicht auf, verbleibt der Kot übermäßig lange im Darm. Dadurch wird ihm zu viel Wasser entzogen, er wird härter und somit schmerzhaft auszuscheiden. Gründe für das Meiden des Katzenklos können unangenehme Einstreu, zu wenig Ruhe oder schlechte Erfahrungen sein.

Ein weiterer Faktor ist der Mangel von Wasser. Da Katzen von Natur aus wenig trinken, ist die Gefahr einer Verstopfung bei ausschließlicher Gabe von Trockenfutter größer. Zu wenig Ballaststoffe können ebenfalls begünstigend wirken.

Zu wenig Wasser führt bei Katzen oftmals zu Verstopfungen. Unserer Katze Mimi haben wir im Garten einen Trinkbrunnen aufgestellt.

Da die Ernährung auch eine große Rolle spielt, haben wir hier für deine Katze unsere besten Ernährungstipps:

Benötigt deine Katze Medikamente, solltest du den Kotabsatz auch im Auge behalten. Einige Mittel beeinträchtigen die Darmaktivität oder binden Flüssigkeit. Sprich dazu in jedem Fall mit deinem Tierarzt, damit du zusätzliche Wassergaben besser einschätzen kannst.

Im Zusammenspiel mit weiteren Symptomen passt die Verstopfung gegebenenfalls auch in das Krankheitsbild einer Vergiftung. Treten mehrere ungewöhnliche Verhaltensweisen gemeinsam auf, solltest du diese Möglichkeit abklären lassen.

Stress kann eine größere Rolle spielen als gedacht. Das Gewohnheitstier Katze liebt Routinen und wenn alles so bleibt, wie es war. Sollen beispielsweise zwei Katzen vergesellschaftet werden, kann dies für einige Tiere belastender sein als für andere. Gerade bei Jagd- beziehungsweise Lauerverhalten der aktiveren oder dominanteren Katze fehlt der ruhigeren oft die Sicherheit und Ruhe für einen geregelten Kotabsatz.

Neue Nachbarn sind besonders in Städten nicht gerne gesehen. Bevor klar ist, wem welche Bereiche gehören, kann es zu einem Revierkampf kommen, der Stress auslöst.

Parasitenbefall, etwa mit Band- oder Spulwürmern, kann den Darm ebenso übermäßig belasten wie die vermehrte Aufnahme von Haaren. Ein sinnvolles Konzept zur Behandlung und Vorbeugung, in Form von Entwurmungsmitteln und allgemeiner Hygiene kann hier Abhilfe schaffen.

Wie du das Problem der Haarballen angehst, kannst du hier nachlesen: Haarballen auflösen – vorbeugen und richtig behandeln.

Eine Infektion mit Bakterien kann zu Abszessen führen, die das Ausscheiden äußerst schmerzhaft oder sogar unmöglich machen. Du solltest deine Katze regelmäßig auf Verletzungen, Schwellungen oder ähnliches kontrollieren. So kann eine Behandlung erfolgen, bevor es für dein Tier zu unangenehm wird.

Wie du siehst gibt es verschiedenste Möglichkeiten, die die Verstopfung bei deiner Katze verursachen könnten. Beziehe in deine Ursachenfindung immer die direkten Umstände mit ein, z.B. die derzeitige Lebenssituation und Fütterung. Auch der Zeitpunkt, an dem die Verstopfung zum ersten Mal bemerkt wurde, sollte mit in Betracht gezogen werden, um dem Grund auf die Spur zu kommen.

Verstopfung bei Katzen: Anzeichen erkennen

Handelt es sich um eine Wohnungskatze ist die abgesetzte Kotmenge relativ einfach beim täglichen Reinigen zu prüfen. Freigänger hingegen nutzen ihre Toilette seltener, teilweise auch unregelmäßig. Es ist daher durchaus sinnvoll, die Katze bei Verdacht auf Verstopfung im Haus zu lassen und ihr Verhalten zu beobachten.

Übergangsweise ist dies natürlich ein zusätzlicher Stressfaktor, weshalb du diesen Schritt gut überlegen solltest. Tipps für den zeitweiligen Hausarrest deiner Katze, haben wir für dich hier zusammengestellt.

Sowohl chronische als auch akute Verstopfungen äußern sich unter anderem durch ungewöhnlich harte, runde Kotbällchen. Langanhaltendes Miauen, längeres erfolgloses Pressen sowie eine verringerte Kotmenge sind Alarmzeichen. Unerklärliche Verhaltensänderungen wie plötzliche und grundlose Aggressionen oder ungewöhnliche Zurückziehung können ebenfalls Symptome sein.

Einige Katzen reagieren mit aggressivem Verhalten, wohingegen andere sich eher zurückziehen. Ob diese Symptome bei deiner Katze für eine Verstopfung sprechen, kannst du herausfinden, wenn du den Gesamtkontext mit in deine Überlegung einbeziehst.

Um die Verstopfung erkennen zu können, ist bereits im Vorfeld eine intensive Beschäftigung mit deiner Samtpfote notwendig, damit du die möglichen Verhaltensänderungen überhaupt erkennen kannst.

Behandlungsmöglichkeiten

Besteht nun ein konkreter Verdacht oder hält die Verstopfung bereits längere Zeit an, solltest du den Tierarzt zurate ziehen. Dieser kann einen eventuellen Darmverschluss untersuchen und einen geeigneten Behandlungsplan ausarbeiten. Je nach Schwere der Erkrankung kommen unterschiedliche Methoden in Frage.

Bei einer akuten, aber leichten Verstopfung reicht vermutlich schon die Gabe eines Abführmittels aus. Gegen Wassermangel kann zur schnellen Verbesserung des Allgemeinzustandes eine Infusion verabreicht werden. Als dauerhafte Lösung sollte hier aber das Trinkverhalten analysiert werden. Eine Futterumstellung weg von Trockenfutter oder die Animation zu mehr Wasseraufnahme können hier anhaltenden Erfolg bringen.

Liegt tatsächlich ein Darmverschluss vor, wird deine Katze um einen operativen Eingriff nicht herumkommen. Dies wird dein Tierarzt vor Ort entscheiden.

Gegen Parasitenbefall erfolgt – je nach Schwere – eine einmalige oder mehrfache Gabe eines wirksamen Antiparasitikums. Infektionen werden mit einem entsprechenden Antibiotikum behandelt.

Hausmittel zur Bekämpfung von Verstopfungen solltest du nur vorbeugend oder während sehr schwachen Verläufen anwenden. Verbessert sich das Allgemeinbefinden deiner Katze nicht oder verschlechtert sich sogar, musst du unverzüglich den Tierarzt aufsuchen.

Zudem ist es wichtig und essenziell, dass du dich umfassend informierst bevor du deinem Tier etwas zufütterst.

Heilungschancen und Präventivmaßnahmen

Je früher eine Verstopfung bemerkt und behandelt wird, desto besser. Bleibt die Erkrankung lange Zeit unbemerkt oder liegt tatsächlich ein vollständiger Darmverschluss vor, kann das für die Katze im schlimmsten Falle tödlich enden. Im Zweifelsfall also lieber möglichst bald zum Tierarzt!

Du kannst deine Katze schon von vornherein unterstützen, um Verstopfungen zu verhindern. Hochwertiges, ballaststoffreiches Futter sowie zumindest eine ausgewogene Mischung aus Nass- und Trockenfutter verhindern ein zu starkes Austrocknen des Kotes im Darm.

Genug Flüssigkeitszufuhr, etwa durch einen Trinkbrunnen, und eine möglichst stressfreie Umgebung helfen ebenfalls. Hat deine Katze neue Nachbarn in ihrem Revier, kann das zeitweise Stress auslösen. Damit du verstehst, was da genau passiert und wie lange diese Phase andauert, sieh dir unseren Artikel Revierkämpfe bei Katzen an.

Bewegung hält deine Katze fit und den Darm aktiv. Sorge also für genügend Auslauf- und Spielmöglichkeiten. Solltest du einen Stubentiger halten, gibt es sehr viele, unterschiedliche Spielzeuge, die den natürlichen Bewegungsdrang deiner Katze z.B. mit Jagdmotivation unterstützen. Die klassische Katzenangel ist da nur ein Beispiel.

Regelmäßige Behandlungen gegen Würmer und andere Parasiten verhindern, dass ein eventueller Befall überhandnimmt und deinem Tier damit schadet.

Gerade im Fellwechsel sollten die ausgefallenen Haare zeitnah entfernt und die Katze gründlich gebürstet werden.

So wird einer übermäßigen Aufnahme beim Putzen entgegengewirkt. Zu viele Haare können sich im Darm zu einem Haarball verbinden, der nicht mehr von alleine abgesetzt werden kann. Besonders Langhaarrassen benötigen regelmäßige Fellpflege, da ihre längeren Haare sich besonders gut zu Ballen zusammenfinden können und deiner Katze Probleme bereiten.

Die sibirische Katze ist für Anfänger aufgrund des hohen Pflegeaufwandes eine Herausforderung. Die beim Putzen aufgenommenen Haare können sich zu Haarballen formen, die die Verstopfung auslösen.

Ein Schuss Öl über das Futter hilft, den Kot weich zu halten. Leinsamen oder Weizenkleie können ebenfalls unterstützen und deiner Katze zu einem gesteigerten Wohlbefinden verhelfen.

Zusammenfassung – so erkennst, behandelst und beugst du Verstopfungen bei Katzen vor

Verstopfungen haben verschiedenste Symptome und sind für viele Katzenhalter nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Sollte deine Katze also besonders harte und ründliche Kotballen ausscheiden, dabei womöglich pressen und Schwierigkeiten haben, kann dies auf eine Verstopfung hindeuten.

Auch Verhaltensänderungen wie Aggressionen oder der sonst unnormale Rückzug, könnten im Zusammenhang stehen.

Ausgelöst wird die Verstopfung neben psychischen Ursachen wie vermehrtem Stress auch durch andere Krankheiten, Medikamente oder Parasiten. Suche daher einen Tierarzt auf und überlege dir bereits vorab, in welcher Situationen deine Katze sich gerade befindet: Gab es eine Vergesellschaftung, einen Umzug oder einen Futterwechsel?

Vorbeugend kann Leinsamen und Weizenkleie ins Futter gemischt werden. Bei Verstopfungen ist ausreichend Bewegung notwendig, damit die Darmfunktion gewährleistet werden kann. Besonders Hauskatzen profitieren hier von verschiedenen Rückzugsorten und einer Auswahl an Spielzeug. Gerade die aktive Beschäftigung mit deiner Katze als Besitzer kann das Bewegungsbedürfnis erfüllen.