Katze allein lassen bei Berufstätigkeit – Beschäftigung, Artgenossen und Tipps

Wenn du planst, eine Katze zu adoptieren, aber berufstätig bist, solltest du dich vorher informieren, ob eine artgerechte Haltung überhaupt möglich ist. Wir erklären dir, wie lange Katzen alleine bleiben können oder ob du dir lieber ein zweites Tier anschaffen solltest. Darüber hinaus ist es notwendig, dir Gedanken zu machen, wie du die Fellnase beschäftigen kannst, wenn du außer Haus bist.

Bist du den ganzen Tag über nicht da, solltest du zwei Katzen halten. Sie beschäftigen sich miteinander und ermöglichen ausreichend soziale Interaktion. Nach deinem Feierabend solltest du dich zusätzlich mit ihnen beschäftigen und spielen. Ein einzelnes Tier lange alleine zu lassen kann zu Stress und Aggression führen. Gestalte deine vier Wände katzengerecht mit vielen Möglichkeiten zu entdecken, damit keine Langeweile aufkommt.

Wie lange kann man Katzen alleine lassen?

Diese Fragestellung lässt sich nicht grundsätzlich beantworten, denn jedes Tier ist anders. Daher solltest du testen, wie lange deine Katze allein bleiben kann. Falls ein neues Kätzchen bei dir eingezogen ist und du zum ersten Mal das Haus verlässt, solltest du recht bald zurückkommen.

Mehr als eine halbe Stunde solltest du nicht verstreichen lassen, wenn du deine Katze das allererste Mal alleine lässt. Bei anfänglich kurzen Zeitspannen fasst deine Katze schneller Vertrauen. Bleibst du später etwas länger weg, wird sie wissen, dass du wiederkommst.

Nach und nach kannst du die Abstände erhöhen, um zu sehen wie deine Katze reagiert, wenn du wieder nach Hause kommst.

Bei Veränderungen im Verhalten oder bei Protesten, wird deutlich, dass sie dich vermisst hat. Länger als diesen ermittelten Zeitraum solltest du sie nicht alleine lassen. Alternativ dazu kannst du dich auch um einen Katzensitter kümmern, der dein Tier betreut, wenn du nicht da bist.

Länger kannst du Katzen alleine lassen, wenn sie nicht als einzige Katze bei dir leben, sondern einen Artgenossen haben. So ist ständig Beschäftigung möglich. Das führt uns direkt zur nächsten Frage.

Wenn Katzen viel alleine sind: lieber zwei Katzen halten?

Entgegen der vorherrschenden Meinung sind Katzen nicht für das Alleine sein geboren. Sie lieben es, mit ihren Artgenossen gemeinsam zu spielen oder zu schmusen.

Wenn du regelmäßig lange außer Haus bist, solltest du lieber zwei Katzen halten. Andernfalls würde sich ein einziges Tier sehr einsam fühlen.

Ohne Artgenossen bist du die einzige Bezugsperson. Eine zweite Katze hilft, wenn du berufstätig bist und nicht den ganzen Tag zuhause sein kannst.

Katzen brauchen soziale Kontakte untereinander. Sonst würden sie die Einsamkeit kompensieren, was sie auch dir gegenüber mit schlechtem Verhalten ausdrücken können. Weitere Folgen einer einsamen Katze können zerkratzte Möbel und Wände, aber auch Aggressivität sein.

Viele Katzenhalter vergessen, wie sensibel die Samtpfoten sind, sie reagieren schnell mit Verhaltensauffälligkeiten, wenn sie sich nicht wohlfühlen.

Andere Katzen wiederum werden plötzlich unsauber, unverträglich mit anderen Tieren oder leiden sogar unter Depressionen. Nicht nur dein Tier, sondern auch du profitierst von einer zweiten Katze, wenn du berufstätig bist und tagsüber von Zuhause weg bist.

Zu zweit kann keine Langeweile mehr aufkommen, da immer jemand da ist, mit dem sie toben oder kuscheln können. Dadurch fühlen sich Katzen wohler und sind ausgeglichener. Solltest du tagsüber länger nicht da sein, kannst du zwei Katzen meistens einfacher alleine lassen.

Auf diese Weise wirkst du den schlechten Angewohnheiten einer einsamen Katze entgegen und verhinderst Aggressivität, Zerstörungswut und Unsauberkeit.

Ein typisches Problem sind zerkratzte Tapeten. Worauf es dann ankommt und wie du die richtige Ursache findest, kannst du hier nachlesen: Katze kratzt an Tapete.

Wie beschäftige ich Katzen, wenn ich nicht da bin?

Wenn du nicht zu Hause bist, musst du für ihre Beschäftigung sorgen, da ansonsten schnell Langeweile und Einsamkeitsgefühle bei ihr aufkommen können. Was das für Katzen bedeutet, hast du im vorherigen Abschnitt bereits erfahren: Aggressivität, Zerstörungswut und Unsauberkeit. Doch was kannst du tun, um dem entgegenzuwirken?

Es gibt im Fachhandel eine große Auswahl an Katzenspielzeugen. Dazu gehören Kratzbäume, Höhlen und allerhand kleinere Produkte.

Doch es ist auch einfacher und günstiger möglich, deine Katze während deiner Abwesenheit zu beschäftigen. Baue ihr als Herausforderung einen Parcours auf. Dazu nimmst du einige Bretter oder ähnliches und platzierst sie auf Böcken. Darüber kann die Katze die Wohnung aus einer ganz anderen Perspektive erkunden und neu entdecken.

Sehr dankbar sind Katzen auch für Laufstege, die an den Wänden angebracht werden. Das schafft noch mehr Raum für sie und sorgt für Abwechslung. Zusätzlich hat deine Samtpfote einen guten Überblick von ihrem erhöhten Aussichtspunkt an der Wand.

Das Katzenbett mit Saugnäpfen am Fenster befestigen. So hat deine Katze einen erhöhten Punkt – vielleicht bindest du dies auch in die Bretter an der Wand ein.

Eine andere Möglichkeit ist das Verstecken von Leckerlis. Diese kannst du in der gesamten Wohnung verteilen. Auch an Stellen, wo es etwas schwieriger ist, sie zu finden. Das können erhöhte Plätze sein oder Stellen, an denen deine Katze mit ihren Pfoten das Leckerli angeln muss, um darn zu kommen.

Das Aroma dieser nehmen die Tiere über kurz oder lang wahr und machen sich sofort auf die Suche. Nachdem sie etwas gefunden haben, macht sich außerdem ein Erfolgserlebnis in ihnen breit. Dies motiviert sie auch, wenn du nicht da bist. Achte bei den Leckerlis auf gesunde Varianten ohne Zucker oder Zusatzstoffe.

Falls du eine Wohnungskatze hast, kannst du ihr Gegenstände aus der Natur mitbringen. Du hast die freie Wahl, um was es sich dabei handelt. Verteile zum Beispiel Steine oder Äste in der Wohnung und schon bald wird sich deine Katze intensiv dafür interessieren und einige Zeit mit beschäftigen.

Wie viel Beschäftigung brauchen Katzen, wenn ich nach der Arbeit komme?

Du solltest dir nach Feierabend genügend Zeit lassen, um dich mit deiner Katze zu beschäftigen. Weniger als eine Stunde würde sie unterfordern, sie braucht Beschäftigung und Anregung, um ihrem natürlichen Jagdtrieb nachzugehen. Mehr Beschäftigung führt zu einer ausgeglichenen Katze, die keine Verhaltensauffälligkeiten entwickelt.

Du darfst natürlich gerne länger mit ihr spielen, vor allem dann, wenn sie dir zeigt, dass sie noch nicht genug hat. Die Zeit des gemeinsamen Spiels kannst du allerdings auch auf den Rest des Tages verteilen. Achte dabei aber immer auf die individuellen Bedürfnisse deiner Katze.

Während ältere Fellnasen nicht mehr so oft und lange spielen und lieber mehr schlafen wollen, ist das bei jungen Tieren natürlich anders. Bei diesen musst du deutlich mehr Zeit investieren, um sie ausreichend zu beschäftigen. Dessen solltest du dir bewusst sein, bevor du dir eine Katze anschaffst, die noch jung ist.

Wann deine junge Katze Freigang haben sollte, kannst du hier nachlesen: Ab wann Katze an Freigang gewöhnen? Weitere Infos findest du auch hier: Freigang am Tag oder in der Nacht?